Barrierefreiheit in
stadtgestalterisch sensiblen Bereichen

Anlass für die Erstellung und Veröffentlichung des Praxisleitfadens ist das Bestreben, einheitliche Sonder- und Kompromisslösungen für einen barrierefreien Ausbau von Straßen und Plätzen in historisch und städtebaulich besonders geprägten Bereichen der Städte darzustellen, die geeignet sind, das jeweilige charakteristische Stadtbild zu schützen und zu erhalten und trotzdem barrierefrei auszubauen. 
Als stadtgestalterisch sensibel gelten Bereiche, die durch Satzungen geschützt sind, die Umgebung von Baudenkmälern, sowie Bereiche, die sich durch ihre geschichtliche Bedeutung oder besondere gestalterische Qualität auszeichnen.

Der Praxisleitfaden ist für Planerinnen und Planer, Ausführende und am Thema Interessierte gedacht. In der Beispielsammlung des Leitfadens sind positive und erprobte Lösungen zusammengestellt, die sowohl die Belange der Menschen mit Behinderungen, als auch die Belange der Denkmalpflege und Stadtgestaltung berücksichtigen. Neben zahlreichen Fotos und Hinweisen für den technischen Aufbau werden auch Vorteile, Nachteile und ergänzende Vorschläge benannt.

Warum ist es wichtig historische Bereiche zu schützen?

Historische Altstädte und stadtgestalterisch schützenswerte Bereiche tragen maßgeblich zur Identität einer Stadt bei. Bürgerinnen und Bürger identifizieren sich mit der Stadt in ihrer gewachsenen Struktur, zu der neben den charaktervollen Gebäuden auch Straßen, Wege und Plätze gehören. Das historische Erscheinungsbild ist u.a. ein wichtiger Faktor für die Außenwirkung der Stadt in Bezug auf Wirtschaftsförderung und Tourismus. Ein historisches Ambiente mit hoher Aufenthaltsqualität erfreut sich bei Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Besucherinnen und Besuchern großer Beliebtheit. Jede historisch geprägte Stadt ist einzigartig in ihrer Gestalt, Materialität, Geschichte und Entwicklung, sodass es nicht nur darum geht, den Denkmalschutz und das Stadtbild zu berücksichtigen, sondern darüber hinaus auch die Eigenheiten der unterschiedlichen Städte zu bewahren.

Damit die überlieferte Kontinuität gewahrt bleibt und gleichzeitig die Belange der Menschen mit Behinderungen berücksichtigt werden, besteht die Aufgabe darin, eine barrierefreie Gestaltung mit dem Denkmalschutz, der Stadtbildpflege und Stadtgestaltung zu vereinbaren und den öffentlichen Raum einer Stadt so zu gestalten, dass sich alle Menschen darin orientieren und fortbewegen können.

Wie kann das individuelle Stadtbild gewahrt und gleichzeitig barrierefrei gestaltet werden?

Eine barrierefreie Gestaltung lässt sich auch ohne normierte Regelwerke für einen speziellen Bereich mit dem Denkmalschutz und dem geschützten historischen Charakter der jeweiligen Städte vereinbaren, wobei die grundlegenden Prinzipien zur zweifelsfreien Orientierung und zur barrierefreien Nutzung des öffentlichen Raumes eingehalten werden müssen. Durch Beachtung der grundlegenden Prinzipien beim barrierefreien Ausbau von Straßen und Plätzen, wie Taktilität und Kontrast, kann eine Vereinheitlichung erreicht und ein Wiedererkennungseffekt, ähnlich der Standardlösungen, erzielt werden. Durch eine andere Materialwahl und Ausbauart können die Eigenschaften der „Standardmaterialien“ übernommen werden.
Bodenindikatoren, visuelle Kontraste und andere taktile Elemente lassen sich auch aus Materialien herstellen, die charakteristisch für die historisch geprägte Stadt sind und sich deshalb harmonisch in das Straßenbild einfügen. Aber auch neue Ideen und Materialien finden Berücksichtigung, beispielsweise in stadtgestalterisch hochwertigen und sensiblen Bereichen wie beispielsweise Edelstahlrippen oder -noppen.

Der Praxisleitfaden wird kontinuierlich um weitere gute Beispiele aus verschiedenen Städten ergänzt und weiter fortgeschrieben. Die Sammlung ist daher nicht abgeschlossen und kann auch weiterhin mit neuen Ideen erweitert werden.

Ihre guten Beispiele können Sie uns unter ak-barrierefrei@nahmobilitaet.de zukommen lassen und den Praxisleitfaden unterstützen.


Arbeitskreis
"Praxisleitfaden barrierefreies Bauen in stadtgestalterisch sensiblen Bereichen"

Praxisbeispiele

Weiterführende Literatur

Im Folgenden haben wir Ihnen weiterführende Literatur zum Themenfeld „Barrierefreiheit und Stadtgestaltung“ als Online-Übersicht sowie als pdf-Datei zum Download zusammengestellt.

Rechts- und Arbeitsgrundlagen

Zusätzlich können Sie in dieser Rubrik grundlegendes Material zum Themenfeld „Barrierefreiheit und Stadtgestaltung" in einer Online-Liste finden oder als pdf herunterladen.